"Bild des Monats" zur Ausstellung: "Marion Eichmann: Follow M.E."



Kaum eine andere Stadt ist so atmosphärisch, geheimnisvoll, bunt und kosmopolitisch wie Istanbul. Im Jahr 2009 besucht Marion Eichmann die türkische Metropole, deren Name vermutlich aus dem Griechischen kommt. „Ei stan polis“ bedeutet so viel wie „geh in die Stadt“. Es ist als hätte die Künstlerin diesen Ruf wörtlich genommen: Sie lässt sich durch die Straßen treiben und spaziert über bedeutsame Plätze der geschichtlich bewegten Stadt. Emotion und Farbigkeit leiten den Blick der Künstlerin und werden zum Ausdruck ihrer realen Beobachtung. Die Hafenansicht Torino wirkt wie eine Synthese verschiedener technischer Ansätze. Marion Eichmann setzt den Farbkarton sowohl in großen Flächen, als auch in Form von filigranen Streifen ein. Durch die feinen Farbnuancen entsteht ein spannender und malerischer Eindruck. Kleinteilig sind die Container gestaltet, auf denen sich immer wieder der Schriftzug „MAERSK“ lesen lässt – ein Verweis auf die größte Containerschiffsreederei der Welt. Plastisch kommen etwa die einzelnen Längsrillen der Container durch den Farbkarton hervor. Dem sich aufwölbenden Karton ist keine Buntstiftlinie hinterlegt und die Entwicklung hin zum Dreidimensionalen ist nur angedeutet. Fundstücke, wie die runden Größenreiter, sind auf dem blauen Karton angebracht und wecken Assoziationen an Bullaugen eines Schiffs.