"Bild des Monats"



Mit der Spiegelei-Reihe beweist Gunter Sachs seinen Humor. Das fotografische Bilderset aus dem Jahr 1980 zeigt ein Ei, das auf der ersten Aufnahme auf dem Löffel liegt, wohingegen es in der zweiten Aufnahme danebenliegt. Unbeschwert sonnt sich das Ei in seinem „Löffelliegestuhl“. Es genießt den sorglosen blauweißen Himmel. Dieser spiegelt sich im Untergrund ebenso wie das Ei und der Löffel. Doch bei dieser Leichtigkeit soll es nicht bleiben.

Im zweiten Bild befindet es auf dem harten Boden, der so luftig-locker erschien. Der Löffel selbst liegt nun umgedreht auf der Oberfläche. Das Ei hat beim Sturz einen Riss in der Schale erlitten, wodurch das Eiweiß hinauszufließen und eine Pfütze zu bilden beginnt. Die transparente Substanz spiegelt sich nun wieder auf der Schale des Eis und erzeugt dramatisch leuchtende Linien.

Nun handelt es sich bei dem Spiegelei nicht um ein zubereitetes Frühstücksei, sondern Sachs spielt mit den Wortkomponenten. Auch der Löffel und das Ei befinden sich auf dem Spiegel, der bereits den Himmel reflektiert.

Bei dieser künstlerischen Vorgehensweise orientiert er sich am belgischen Künstler René Magritte. Der Surrealist fordert den Betrachter heraus, sich mit dem Dargestellten und der Realität auseinanderzusetzen, was sich teilweise auch in den Titel der Werke niederschlägt.