"Bild des Monats" zur Ausstellung: "Marion Eichmann: Follow M.E."



Zunächst folgen Besucher*innen der Künstlerin nach Japan. In der Arbeit "Tokyo mono" treffen Chaos und Ordnung auf einzigartige Weise aufeinander. 50 japanische Badehocker sind in einem rund 25 Quadratmeter großen Raster aufgestellt und laden zu einer Entdeckungstour durch Tokyo ein. Jeder Hocker stellt ein besonderes Erlebnis der Künstlerin in der Stadt dar, gleicht einer Momentaufnahme. Die Hocker sind überzogen von einer collageartigen Textur: Eichmann baut japanisches Fastfood aus Pappe oder einen sich ins Dreidimensionale auflösenden U-Bahn-Plan aus farbigen Plastikdrähten. Einer der Hocker ist ganz in dunkle Töne getaucht und steht für das nächtliche Tokyo. Unter den Hockern fahren Schiffe hindurch, darüber Züge und Fahrräder; die Zwischenräume sind mit unzähligen kleinen Spielzeugautos gefüllt. Die Künstlerin verweist aber nicht nur auf das für Tokyo typische hohe Verkehrsaufkommen und die Menschenmassen, sondern sorgt auch dafür, dass sich die Größenverhältnisse zwischen Architektur und Gegenständen aufheben. Vor Ort entwickelte die Künstlerin auch erste Ideen für die Arbeit "Tokyo mono". Bevor sie sich für die Badehocker entschied, dachte die Künstlerin an eine Arbeit mit Gefäßen, die bis zum Rand mit Geschichten gefüllt sind.

Der Titel der Bodenarbeit erschließt sich aus der doppelten Bedeutung von „mono“. Der Begriff steht für „einzeln“ (allein in Tokyo) und bedeutet im Japanischen „die Sache“ – der sich Marion Eichmann konsequent widmet. Trotz Sprachbarriere ist "Tokyo mono" ein allgemeinverständliches Sinnbild für das Alleinsein als Fremde in dieser Stadt sowie die totale Reizüberflutung.