Aktuelle Ausstellungen 

2. Stipendium für Zeichnung und Papierkunst der Stadt Waiblingen   

"Angela Glajcar. Not a cruise, a crossing" und "The space between" 

25. Juli bis 18. Oktober 2026

Der Katalog für das 2. Stipendium für Zeichnung und Papierkunst der Stadt Waiblingen ist nun in unserem Museumsshop erhältlich. 

Nach 2023 verwandelt sich Waiblingen im Sommer 2026 erneut in ein internationales Zentrum für zeitgenössische Papierkunst: Mit dem Zweiten Stipendium für Zeichnung und Papierkunst setzt die Stadt ihr bundesweit einzigartiges Förderprojekt fort. Unterstützt durch die Eva Mayr-Stihl Stiftung und ermöglicht durch einen Nachlass von Renate Reichert bringt das Papierkunststipendium etablierte Positionen und internationale Nachwuchstalente zusammen und macht die Stadt für mehrere Wochen zu einem lebendigen Ort künstlerischer Begegnung.

Die diesjährige Förderung umfasste eine sechswöchige Atelierphase vom 15. Juni bis 24. Juli 2026, während der die Hauptstipendiatin sowie die Nachwuchskünstlerinnen und -künstler vor Ort in Waiblingen arbeiteten. Aus dieser intensiven Atelierphase gehen zwei Ausstellungen hervor, die am 24. Juli 2026 parallel eröffnet wurden: Die Hauptstipendiatin präsentiert eine monografische Werkschau in der Galerie Stihl Waiblingen, während die Werke der Nachwuchsstipendiaten in der Galerie im Kameralamt zu sehen sind.

Titelbild:  Angela Glajcar, 2026-017 Arsis, 2026, Zellstoff 800g, gerissen, Halterung aus Metall und Kunststoff, 532 x 680 x 915 cm, © Peter Oppenländer. 

Angela Glajcar. Not a cruise, a crossing

Die Galerie Stihl Waiblingen freut sich, eine große monografische Ausstellung der international renommierten Künstlerin Angela Glajcar zu präsentieren.

Unter dem Titel Not a cruise, a crossing reflektiert die Schau Glajcars künstlerisches Vorgehen: Es handelt sich nicht um eine zufällige Reise, sondern um ein bewusstes, zielgerichtetes Voranschreiten. In diesem kontinuierlichen Prozess erschließt die Künstlerin immer neue Möglichkeiten des Papiers als künstlerisches Material und erweitert damit beständig ihren gestalterischen Horizont. Die einzelnen Werkgruppen treten dabei wie prägnante Inseln hervor, die zusammen ein vielschichtiges Panorama ihres Schaffens eröffnen. Die Schau spannt einen Bogen über 21 Schaffensjahre und kulminiert in zwei monumentalen Installationen, die die Papierbildhauerin eigens für die Galerie Stihl Waiblingen konzipiert hat. Diese beiden vor Ort entstehenden Werke treten in einen bislang einzigartigen Dialog mit dem architektonisch einmaligen Gebäude.

The space between 

Das Papierkunststipendium der Stadt Waiblingen strahlt von der Galerie Stihl Waiblingen und mit einem zweiten Ausstellungsort, der Galerie im Kameralamt, in die Stadt aus. Mit Aleida van Dijk, Rodrigo Arteaga und Kuan Lin Chen begegnen sich dort drei künstlerische Positionen, die durch einen gemeinsamen Bezug verbunden sind: das Papier. Ob als Material, Bildträger oder Forschungsgegenstand, jede und jeder berührt es auf eigene Weise.

Besuchen Sie die Galerie im Kameralamt zu den üblichen Öffnungszeiten der Galerie Stihl Waiblingen (Dienstag bis Sonntag: von 11:00 Uhr bis 18:00 Uhr, Donnerstag: von 11:00 Uhr bis 20:00 Uhr, auch an Feiertagen).

Termine 

Willkommensvernstaltung 17. Juni 2026
Künstleresidenz und Atelierphase 15. Juni bis 24. Juli 2026
Vernissage 24. Juli 2026
Laufzeit der Ausstellungen 25. Juli bis 18. Oktober 2026
Paper Weekend19. und 20. September 2026

Stipendiatinnen und Stipendiaten im Jahr 2026

In diesem Jahr begrüßen wir Angela Glajcar als Hauptstipendiatin in Waiblingen. Mit ihr erhält das Stipendium eine neue Facette: die eindrucksvolle Kunst der 
Papierbildhauerei.

Die an der Akademie der  Bildenden Künste in Nürnberg ausgebildete Bildhauerin nutzte Papier zunächst als skizzenhafte Vorstufe für ihre schweren Skulpturen 
aus Holz und Metall. Im Laufe ihrer künstlerischen Entwicklung entdeckte sie jedoch die bislang verborgenen skulpturalen Möglichkeiten dieses fragilen, zweidimensionalen Materials.

Angela Glajcars Werk lässt sich als ein emanzipatorischer Prozess verstehen: Sie befreit das alltägliche Material aus seiner dienenden Rolle – als bloßer Bildträger oder vorbereitender Arbeitsschritt – und macht es zu einem eigenständigen Träger von Form und künstlerischem Ausdruck. Indem sie hochwertige Papierbögen biegt, reißt und schichtet, entstehen Kompositionen von beeindruckender räumlicher Präsenz. Das reine Blatt entfaltet dabei eine subtile Ästhetik und wird zur Bühne für das Spiel von Licht und Schatten. Gerade in der scheinbaren Leere des Papiers offenbart sich eine meditative Präsenz. Reduktion wird hier nicht als Verzicht erfahrbar, sondern als Konzentration auf die Ausdruckskraft des Materials selbst. Diese konsequente künstlerische Haltung Angela Glajcars, getragen von einer unverwechselbaren Formensprache, genießt heute internationale Anerkennung weit über kulturelle Grenzen hinweg.

Aleida van Dijk (geb. 1966) schloss 2023 ihr Studium an der Königlichen Akademie der Bildenden Künste in Den Haag ab. 
Das künstlerische Schaffen der Niederländerin zeichnet sich durch beeindruckende Vielseitigkeit aus und  umfasst detailreiche  Monumentalzeichnungen, räumliche Papierarbeiten und Multimedia-Projekte. Das breit gefächerte technische Repertoire der Künstlerin ist von ihrer Liebe zur Natur durchdrungen, die für Aleida van Dijk zugleich Thema, Inspiration und künstlerisches Atelier ist.

Der Chilene Rodrigo Arteaga (geb. 1988) studierte an der Kunstschule des University College London. In seinen Werken ist Papier als Material sehr präsent, als Ausdrucksmittel unterliegt es jedoch einem permanenten Wandel. Der Künstler platziert Papier in überraschend vielseitigen Kontexte und untersucht damit auf einzigartige Weise Fragen im Zusammenhang mit Kultur und Natur.

In der Arbeit des Taiwanesen Kuan Lin Chen (geb. 1997) spielt Papier eine wichtige Rolle – allerdings aus der Perspektive eines Fotokünstlers. Kuan Lin Chen studierte an der Nationalen Universität der Künste in Taipeh und erforscht Papier anhand von Fotodokumentationen, gesammelten Materialien sowie experi- 
mentellen Formen hinsichtlich seiner sozialen und materiellen Geschichte. Mithilfe lokaler Feldforschung zeichnet er den Lebenszyklus von Papier nach, von der Forstwirtschaft bis hin zum Blatt Papier als Träger von Erinnerungen.

Ein magischer Kosmos – Die Skulpturen der Papierbildhauerin Angela Glajcar | Radiobeitrag vom SWR

Einblick in die Ausstellungen 

Bild 1: Die Hauptstipendiatin und Nachwuchsstipendiaten und -stipendiatin im Gespräch während der Atelierphase. Von links nach rechts: Aleida van Dijk, Kuan Lin Chen, Rodrigo Arteaga und Angela Glajcar. © Peter Oppenländer.

Bild 2: Einblick in die Ausstellung Angela Glajcar. Not a cruise, a crossing. © Peter Oppenländer. 

Bild 3: Einblick in die Ausstellung Angela Glajcar. Not a cruise, a crossing. © Peter Oppenländer.

Bild 4: Einblick in die Ausstellung Angela Glajcar. Not a cruise, a crossing. © Peter Oppenländer.

Bild 5: Einblick in die Ausstellung The space between. © Peter Oppenländer.

Bild 6: Einblick in die Ausstellung The space between, mit Fokus auf den Werken von Aleida van Dijk. © Peter Oppenländer.

Bild 7: Einblick in die Ausstellung The space between, mit Fokus auf den Werken von Kuan Lin Chen. © Peter Oppenländer.

Bild 8:  Einblick in die Ausstellung The space between, mit Fokus auf den Werken von Rodrigo Arteaga. © Peter Oppenländer.

Kontakt 

Dr. Gerdemann, Anja

Leiterin Galerie Stihl Waiblingen

+49 7151 5001-1680 E-Mail senden