Galerie Außenansicht_ICH. Zwischen Abbild und Neuerfindung

AUSSTELLUNGEN 2021


Im Rausch der Zeit. Expressionismus von Kollwitz bis Klee

17. April bis 18. Juli 2021

Die Druckgrafik des Expressionismus zählt zu den herausragenden künstlerischen Leistungen des 20. Jahrhunderts. Ab Herbst 2020 präsentiert die Galerie Stihl Waiblingen rund 100 Arbeiten aus dem reichen Bestand des Osthaus Museums Hagen. Große Namen wie Max Beckmann, Otto Dix, Erich Heckel, Paul Klee, Oskar Kokoschka, Alfred Kubin und Karl Schmidt-Rottluff sowie bedeutende westfälische Expressionisten wie Wilhelm Morgner und Walther Bötticher prägen die Sammlung. Mit einem umfassenden Konvolut von Käthe Kollwitz wird die Schau eine starke weibliche Perspektive in den Vordergrund rücken.
Die Ausstellung spannt den Bogen von 1893 bis 1962, wodurch ein umfassender Einblick auf die Entwicklung des formal sehr heterogenen Kunststils vermittelt werden kann. Ein besonderer Schwerpunkt wird auf die politisch wie wirtschaftlich brisanten 1920er-Jahre gelegt. Während nur kleine Teile der Bevölkerung zur Zeit der Weimarer Republik vom ökonomischen Aufschwung durch die Hochindustrialisierung profitierten und in den Städten die Vergnügungsindustrie boomte, hatte die große Mehrheit mit Wohnungsnot, Nahrungsmangel und Niedriglöhnen zu kämpfen. Der Expressionismus wird zum Ausdrucksmittel für Empfindungen und dient der Äußerung von Kritik an bestehenden gesellschaftlichen Zuständen. Daher steht im Fokus der Ausstellung insbesondere der Mensch – als fühlendes, leidendes und hoffendes Wesen. Themen wie das Verarbeiten von Kriegserfahrungen, die Distanzierung von der Kirche, ein Gefühl der Haltlosigkeit sowie Zukunftshoffnungen haben an Aktualität nicht verloren und spiegeln sich in den Werken der Avantgarde zu Beginn des 20. Jahrhunderts ergreifend wider.


ICH. Zwischen Abbild und Neuerfindung

16. Oktober 2021 bis 16. Janaur 2022

Als fester Bestandteil der Kunstgeschichte zieht sich das Selbstbildnis durch die vergangenen Jahrhunderte. Die Ausstellung ICH. Zwischen Abbild und Neuerfindung zeigt eine repräsentative Auswahl an Werken von 1900 bis heute und macht deutlich, auf welch unterschiedliche Weise sich Künstlerinnen und Künstler mit der eigenen Person auseinandersetzen. Im heutigen Zeitalter der Selfies und einer Flut an technischen Möglichkeiten scheint das Selbstbildnis allgegenwärtig. Im Rückblick kristallisieren sich die Besonderheiten und Grenzen zur künstlerischen Auseinandersetzung mit dem Ich jedoch umso deutlicher heraus.
Während zu Beginn des 20. Jahrhunderts das Äußere häufig eindrucksvoll in Szene gesetzt oder für Studien der Gesichtszüge genutzt wurde – war man selbst doch das günstigste Modell und stets verfügbar – begann schon bald darauf ein Darstellungswandel, der unter anderem durch psychologische Erkenntnisse und nicht zuletzt durch das Aufkommen der Fotografie begünstigt wurde: Introspektion gewann an Bedeutung, der Blick der Künstler – und nun auch zunehmend Künstlerinnen – richtete sich nach innen und spiegelte dabei persönliche Interessen wie auch gesellschaftliche Zustände wider. Neben eine idealisierte Selbstdarstellung trat vermehrt die Selbstbefragung und somit auch kritische Auseinandersetzung mit dem Ich, bis hin zur völligen Neuerschaffung.
Der umfangreiche grafische Bestand der Lübecker Sammlung Rüxleben bildet den Grundstock der Schau und schließt die Werke namhafter Künstler wie Max Liebermann, Marc Chagall und Man Ray ein. Die Auswahl wird durch eine Reihe an Exponaten ergänzt, welche die Entwicklung des Sujets und dessen thematische wie auch stilistisch-technische Vielfalt unterstreichen – von Cindy Sherman, der Meisterin des Rollenspiels, bis hin zu Andreas Horlitz, dessen Spiegelobjekt die Betrachtenden zur Interaktion auffordert. Gezeigt werden rund 100 Werke von regional wie auch international agierenden Künstlerinnen und Künstlern. Die Bandbreite der Techniken reicht dabei von der Zeichnung über den Holzschnitt und die Fotografie bis hin zur Videoarbeit.