Luzia Simons, Stockage 97 - 1 AP, 2011, Courtesy of Galerie Schlichtenmaier Stuttgart © Luzia Simons/VG Bild-Kunst, Bonn 2019

AUSSTELLUNGEN 2019


La Bohème. Toulouse-Lautrec und die Meister von Montmartre

26. Januar bis 22. April 2019

Zum Auftakt des Jahres 2019 entführt die Galerie Stihl Waiblingen in die schillernde Welt Montmartres am Ende des 19. Jahrhunderts. Im Fokus stehen die ausdrucksstarken Plakate Henri de Toulouse-Lautrecs, die der Künstler für die Cabarets, Varietés und die Stars des Pariser Nachtlebens schuf. Wie kein anderer erfasste er die Eigenheiten der Bühnengrößen – ungeschönt und oft an der Grenze zur Karikatur. Seine eingängigen, farbstarken Werke lassen das Lebensgefühl der Bohème nachempfinden. Toulouse-Lautrec war nicht der Einzige, der seine Kunst in den Dienst der Plakatwerbung stellte: Avantgardekünstler wie Pierre Bonnard oder Félix Vallotton nahmen sich des noch jungen Mediums an. Jules Chéret, Alfons Mucha oder Théophile-Alexandre Steinlen spezialisierten sich sogar auf Plakatgestaltung. Ihre Werbeentwürfe für Tanzlokale und Theater, Zeitschriften, Fahrräder oder Kakao begeisterten Kunstkritiker und Sammler gleichermaßen. Ausgehend von Frankreich stiegen Plakate so in den Rang einer eigenen Kunstform auf. Unabhängig von ihrem eigentlichen, kommerziellen Zweck wurden sie als „Galerie der Straße“ verstanden, die der breiten Öffentlichkeit die Kunst der Zeit nahe bringen sollte. Die in Kooperation mit dem Institut für Kulturaustausch Tübingen und dem Musée d’Ixelles in Brüssel organisierte Ausstellung beleuchtet diese Blüte der Plakatkunst und stellt deren wichtigste Vertreter vor. Über 100 Hauptwerke mit bis heute beliebten Motiven zeigen die überraschend facettenreiche und eindrückliche Verbindung von Kunst und Massenwerbung um 1900.


Aufgeblüht und abgelichtet: Blumen in der Fotografie

11. Mai bis 25. August 2019

Es blüht in der Galerie: Anlässlich der Remstal Gartenschau 2019 widmet sich die Sommerausstellung Blumenmotiven in der zeitgenössischen Fotografie. Künstlerinnen und Künstler lassen sich von der jahrhundertealten Tradition des Blumenbilds inspirieren und gewinnen dem Thema zugleich vielfältige neue Seiten ab. Überbordende Blütenpracht trifft auf Reflexionen über Welken und Vergänglichkeit, Wildwuchs auf elegante Inszenierung, leuchtende Farbigkeit auf strenges Schwarz-Weiß. Mit ungewöhnlichen Perspektiven und verschiedensten technischen Finessen – von der Langzeitbelichtung über das Spiel mit Spiegelungen, Licht- und Farbeffekten bis zur Überlagerung von Motiven – eröffnen die Fotografien überraschende Sichtweisen der scheinbar vertrauten Pflanzenwelt. Sie regen so dazu an, gängige Vorstellungen zu überdenken und die „Sprache der Blumen“ auf neuen Wegen zu entdecken. Die Schönheit der Blumen ist dabei ebenso Thema wie ihr traditioneller Symbolgehalt. Sie werden in Stillleben arrangiert oder im landschaftlichen Umfeld festgehalten, mit dem nüchternen Blick des Naturwissenschaftlers geordnet oder – mit ironischem Unterton – als florale Ornamente an der Grenze zum Kitsch präsentiert. Neben Aufnahmen, die eine körperliche Sinnlichkeit vermitteln, klingt auch Kritik an der Gesellschaft, dem Handel und Konsum an. Wenn absonderliche Hybride oder makellose Plastikblumen in den Fokus rücken, stellt sich nicht zuletzt die Frage nach unserem Verständnis von Natürlichem und Künstlichem sowie der Grenze dazwischen. Aufgeblüht und abgelichtet lädt ein, den Facettenreichtum floraler Bildwelten in der Fotografie zu entdecken. Die Ausstellung präsentiert herausragende nationale und internationale Künstlerpositionen, die allesamt deutlich machen: So hübsch harmlos, wie die Blume scheint, ist sie nur selten.


Eleganz & Poesie. Höhepunkte der französischen Zeichenkunst

12. Oktober 2019 bis 06. Januar 2020

Die Ausstellung präsentiert eine Auswahl der schönsten und bedeutendsten Blätter der französischen Zeichenkunst vom 16. bis 18. Jahrhundert aus der Graphischen Sammlung des Hessischen Landesmuseum Darmstadt. Sie illustrieren drei Jahrhunderte künstlerischer Entwicklung und versammeln herausragende Arbeiten großer Meister wie Jean-Honoré Fragonard und François Boucher. Die Werke führen den historischen Stilwandel wie auch die Vielfalt individuellen gestalterischen Ausdrucks vor Augen. Zugleich beleuchtet die Schau die sich verändernde Wahrnehmung im Laufe der Jahrhunderte und den wachsenden Stellenwert der Zeichenkunst. Diente die Zeichnung zunächst rein als Vorbereitung für Gemälde, kam ihr nach und nach für die künstlerische Ausbildung an Akademien eine zentrale Bedeutung zu, bis sie schließlich in den Rang einer vollwertigen Kunstform aufstieg und das Interesse der Sammler weckte. Die Ausstellung ist eine Kooperation der Galerie Stihl Waiblingen mit dem Hessischen Landesmuseum Darmstadt.