Gunter Sachs. Kamerakunst

19. Februar bis 15. Mai 2022



Der deutsch-schweizerische Industriellensohn Gunter Sachs (1932–2011) führte ein viel bewundertes Jetset-Leben: Umgeben von Frauen, Sport und Partys waren sein extrovertierter Lebensstil und seine schillernde Lässigkeit von besonderer Strahlkraft für die Augen der Öffentlichkeit. Bis heute als Playboy abgestempelt, weist Gunter Sachs’ Persönlichkeit jedoch weit mehr Facetten auf: Er war Kunstliebhaber und trat als Sammler, Mäzen, Galerist, Kurator und Freund der Kunstschaffenden in Erscheinung. Nicht zuletzt - und vielen unbekannt - arbeitete er erfolgreich als Fotograf und Filmemacher.
Die Galerie Stihl Waiblingen stellt in der Frühjahrs-Ausstellung 2022 Sachs’ Sammlerleidenschaft der eigenen kreativen Arbeit mit der Kamera gegenüber. Neben zahlreichen Exponaten aus seiner umfangreichen privaten Kunstsammlung – mit Werken von unter anderem Andy Warhol und Yves Klein – wird eine repräsentative Auswahl dieser teilweise großformatigen und farbstarken Fotografien präsentiert. Dazu zählen Mode- und Werbeaufnahmen, mit denen er sich einen Namen machte, aber auch Werke, die im Kontext seiner Sammlung stehen und seine kunsthistorischen Einflüsse durch Strömungen wie den Surrealismus und der Pop Art greifbar machen. Der Schwerpunkt seiner künstlerischen Fotografie liegt auf Porträts sowie Akt- und Landschaftsaufnahmen, für die er die deutsche Laufsteg-Ikone Claudia Schiffer bevorzugt als Modell wählte. Gunter Sachs war experimentierfreudig und nutzte schon früh die Mittel digitaler Bildbearbeitung und veränderter Belichtungszeiten. Wegweisend wurden insbesondere seine Filme, in denen er Techniken und Effekte entwickelte, die später für Western- und Actionfilme aufgegriffen wurden.