Niki de Saint Phalle: Merry Christmas, 1968

NIKI DE SAINT PHALLE & JEAN TINGUELY: FURIOSE PLAKATE

5. November 2016 bis 22. Januar 2017



Die Galerie Stihl Waiblingen präsentiert von 5. November 2016 bis 22. Januar 2017 eine Ausstellung mit fantasiereichen und farbenfrohen Werken des Künstlerpaares Niki de Saint Phalle und Jean Tinguely. Die ursprünglich für Herbst 2016 geplante Ausstellung Wände, Schirme, Paravents. Das Bild als Objekt ist auf einen späteren Zeitpunkt verschoben.

Die Ausstellung zeigt rund 100 Künstlerplakate sowie Faltbücher, Briefzeichnungen und Objekte des außergewöhnlichen Künstlerpaares Niki de Saint Phalle und Jean Tinguely. Die Plakate entstanden von den frühen 1960er-Jahren bis in die späten 1980er-Jahre, um eigene Ausstellungen, Happenings, Film- und Theaterproduktionen anzukündigen. Teilweise handelt es sich auch um Auftragsarbeiten für Filmfestspiele oder Musikfestivals. Zu entdecken sind nicht nur überraschende gemeinsame Arbeiten der beiden, sondern auch ihre typischen, sehr verschiedenartigen Schöpfungen wie Niki de Saint Phalles Nana-Figuren und die Maschinenskulpturen Jean Tinguelys.

Berühmt wird Niki de Saint Phalle durch ihre voluminösen, bunt bemalten Frauenfiguren. Heiter und sinnlich tanzend erobern sie weltweit öffentlich ausgestellt die Städte. Die ersten stellt die Pariser Galerie Alexandre Iolas 1965 aus. Zeitgleich beginnt Niki de Saint Phalle Siebdrucke herzustellen. Zusammen mit Jean Tinguely, mit dem sie ab 1960 zusammenlebte und ein Atelier teilte, schafft sie riesige begehbare Skulpturen, von denen die liegende Nana im Moderna Museet in Stockholm zu den spektakulärsten zählt. Die Poesie der heiteren Welt der Nanas dominiert das Werk dieser rebellischen Künstlerin, die wie kaum eine andere in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts das Kunstgeschehen prägte.

Kontrastreich wirken die bunten, poppigen Plakate mit dem figürlichen Bildinventar der franco-amerikanischen Künstlerin neben den an technische Zeichnungen erinnernden Druckgrafiken des Schweizer Künstlers Tinguely. Diese übersetzen den Lärm der Klangskulpturen und die Bewegung der Räder-Konstruktionen auf faszinierende Weise in die Sprache der Zeichnung. Mit dynamischer Geste geben die Plakate die rotierende Mobilität von Objekten wieder. Das Getöse schleifender, quietschender Räderwerke bringt der Bildhauer als Grafiker in explodierenden Formen und leuchtenden Farben zum Ausdruck, mit denen er die Farboffset- und Siebdruck-Blätter in den 1980er-Jahren fast vollständig füllt.

Der Facettenreichtum der furiosen Plakate von Niki & Jean bezeugt die besondere Kreativität dieses Künstlerpaares. Die Leihgaben der Ausstellung stammen aus der Plakatsammlung von Claus von der Osten aus dem Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg. Sie werden ergänzt um Leihgaben aus Privatbesitz sowie um Exponate der BEGE Galerien, Ulm.

Die Vernissage zur Ausstellung findet am Freitag, 4. November 2016, um 18:00 Uhr statt.