Eingang

Schlichte Eleganz

Flankiert von Waiblingens historischer Stadtmauer und dem Ufer der Rems, wurden im Mai 2008 die beiden Neubauten von Galerie Stihl Waiblingen und Kunstschule Unteres Remstal eröffnet. Schon beim Näherkommen wird deutlich, dass die Baukörper in enger Beziehung zueinander stehen. Beide umschließt eine homogene Haut aus durchscheinendem Industrieglas, ihre elliptische Form und die identische Höhe unterstreichen zudem ihre räumliche und inhaltliche Nähe. Bewusst spielen die Gebäude mit Enge und Weite und treten in einen Dialog. Städtebaulich sind sie so positioniert, dass sie nur durch eine Gasse voneinander getrennt werden. Im kleineren Gebäude ist die Kunstschule Unteres Remstal untergebracht, der größere Bau nimmt die Exponate der städtischen Galerie Stihl Waiblingen auf. "Es sind zwei Solitäre, doch sie sprechen die gleiche Sprache und haben etwas Gemeinsames", beschreibt der Stuttgarter Architekt Hartwig N. Schneider seine Neubauten.
Das Gebäudeensemble aus Galerie und Kunstschule wurde in den vergangenen Jahren um zwei weitere Neubauten ergänzt. In direkter Nachbarschaft zur Galerie, dort, wo früher die alte Häckermühle stand, beherbergt seit August 2009 ein zweistöckiges Gebäude mit Rundumverglasung und dunkler, strukturgebender Holzverlattung das Galeriecafé disegno und die Verwaltung der Galerie Stihl Waiblingen. Im Herbst 2016 bezog die Eva Mayr-Stihl Stiftung ihre neuen Räumlichkeiten zwischen dem Galeriegebäude und dem historischen Beinsteiner Torturm. Ebenfalls vom Stuttgarter Architekten Hartwig N. Schneider entworfen, fügt sich der Neubau perfekt in die bestehende Bebauung am Ufer der Rems ein.

Robuster Werkstattcharakter

Die Glasbauten am Waiblinger Remsbogen bestechen durch den spannungsvollen Kontrast zum historisch geprägten baulichen Umfeld. Bewusst werden dabei ihr Werkstattcharakter, ihre Nähe zu einer industriehaften Alltagstauglichkeit und ihre Robustheit herausgestellt. Man läuft über grauen Magnesitestrich und blickt auf Wände und Decken aus Sichtbeton. Schnörkellos und unprätentiös geben sich die Gebäude der Galerie Stihl Waiblingen und der Kunstschule Unteres Remstal. Die uniforme Außenhaut trägt entscheidend dazu bei, dass beide Häuser keine Rückseiten haben und dass die wichtigen Wegebeziehungen, die über das Grundstück führen, aufgewertet werden.
Beim Betreten der Gebäude werden deren Unterschiede spürbar: Hier die eher kleinteiligen Räume der Kunstschule, in denen sich die unterschiedlichen Nutzungen für Workshops oder Malkurse widerspiegeln, dort der homogene Großraum der Galerie, dessen Dimensionen und Offenheit beeindrucken. Je nach Wunsch kann der stützenfreie Galerieraum mit einem mobilen Stellwandsystem gegliedert werden und eröffnet dem Besucher so von Ausstellung zu Ausstellung immer wieder neue und überraschende Perspektiven.

Auszeichnungen für das Architekturensemble

Das Architektur-Ensemble aus Galerie Stihl Waiblingen und Kunstschule Unteres Remstal des Stuttgarter Architekten Hartwig N. Schneider wurde im Deutschen Architektur Jahrbuch 2009/10 zu den 26 besten Bauten in und aus Deutschland gezählt. Verbunden mit dieser Auszeichnung war eine Präsentation im Deutschen Architekturmuseum (DAM) in Frankfurt, die alle im Jahrbuch als herausragende architektonische Leistungen gewürdigten Bauten vorstellte.
Im Juli 2012 wurde die Galerie Stihl Waiblingen mit dem bedeutendsten Architekturpreis auf Landesebene - dem Hugo-Häring-Landespreis - ausgezeichnet. Der Preis wird alle drei Jahre vom Bund Deutscher Architekten (BDA), Landesverband Baden-Württemberg, an Architekten und Bauherren verliehen.