Georg Baselitz

GEORG BASELITZ. Romantiker kaputt

Zeichnungen, Druckgrafik und Gemälde aus der Sammlung GAG

17. Mai bis 25. August 2013

Die Sommerausstellung 2013 der Galerie Stihl Waiblingen widmet sich dem künstlerischen Schaffen von Georg Baselitz. Der als Hans-Georg Kern 1938 im sächsischen Deutschbaselitz geborene Künstler feierte im Januar 2013 seinen 75. Geburtstag und zählt heute sowohl in Deutschland als auch international zu den Protagonisten der Gegenwartskunst. Die Ausstellung entstand in Kooperation mit der Stiftung Moritzburg, Kunstmuseum des Landes Sachsen-Anhalt, und präsentiert ca. 120 hochkarätige Arbeiten aus der Privatsammlung GAG. Im Fokus der Ausstellung steht das zeichnerische und druckgrafi sche Werk des Künstlers, ergänzt durch bedeutende Gemälde. Mit diesem speziellen Blickwinkel fügt sich das Projekt in die Waiblinger Ausstellungsreihe zu Künstlern (u. a. Turner, Kirchner, Nolde), die vornehmlich für ihr malerisches Werk berühmt sind, jedoch parallel dazu ein hochinteressantes grafi sches OEuvre schufen bzw. schaffen.

Einem breiten Kunstpublikum ist Georg Baselitz für seine auf den Kopf gestellten Bilder bekannt. Doch bereits lange zuvor beginnt er, sich mit dem traditionellen Bildbegriff auseinanderzusetzen. In Sachsen geboren und aufgewachsen, fängt der Künstler – damals noch unter seinem Geburtsnamen Hans Georg Kern - ein Studium der Malerei an der Ostberliner Kunsthochschule an, wird jedoch bald wegen „gesellschaftspolitischer Unreife“ der Hochschule verwiesen. 1956 folgt die Übersiedlung von Ost- nach Westberlin, ein Ereignis, das sich als prägend für seinen weiteren künstlerischen Werdegang herausstellen wird. Fortan setzt er sich mit seiner eigenen künstlerischen Identität auseinander und nimmt 1961 den Namen Baselitz an, mit dem er seine enge Verbundenheit mit seinen geografischen Wurzeln unterstreicht.

Die frühen Arbeiten Baselitz’ werden als skandalös und provozierend empfunden. Der Künstler hinterfragt die vorherrschenden Darstellungskonventionen seiner Zeit, kann sich weder mit dem in Ostdeutschland propagierten sozialistischen Realismus noch mit den in Westdeutschland vorherrschenden abstrakten Strömungen identifi zieren. In den Jahren 1961 und 1962 entstehen die zwei sog. Pandämonischen Manifeste, in denen er mit Brüchen und provokativen Grenzüberschreitungen für neue, unvorhersehbare Bildschöpfungen plädiert. Baselitz’ erste Einzelausstellung 1963 in der Berliner Galerie Werner & Katz endet mit einem Skandal – zwei Werke werden beschlagnahmt. 1965 wird das Verfahren eingestellt, die Arbeiten zurückgegeben. In dieser frühen Zeit liegt auch der Ursprung der Privatsammlung GAG. Die passionierten Sammler erkennen das Potential des Künstlers und erwerben in der Folge bis heute zentrale Arbeiten Baselitz’. Ihre umfangreiche und hochkarätige Sammlung dokumentiert den Werdegang des Künstlers mit Konzentration auf wesentliche Einzelwerke und Werkgruppen, wobei der Schwerpunkt auf dem besonders interessanten frühen Werk Baselitz‘ liegt.