Lyonel Feininger: The Gates (Das Tor), 1912

Lyonel Feininger. Zwischen den Welten

18. Februar bis 14. Mai 2017



Die Galerie Stihl Waiblingen zeigt in Kooperation mit dem Museum Kunstpalast Düsseldorf und dem Folkwang Museum Essen Werke des deutsch-amerikanischen Malers und Grafikers Lyonel Feininger (1871–1956). Über 70 Arbeiten stellen das gesamte grafische Spektrum dieses bedeutenden Künstlers der Klassischen Moderne vor und geben einen repräsentativen Einblick in die stilistische Entwicklung seines Werks. In New York geboren und aufgewachsen kam Feininger 1887 nach Deutschland, um ein Violinstudium aufzunehmen. Rasch entschied er sich für eine Laufbahn als bildender Künstler und feierte als Karikaturist in Berlin Erfolge. Ab 1906 entstehen in Paris erste Ölbilder. Er beschäftigt sich mit Druckgrafik und fertigt in Weimar erste Lithografien und Radierungen. Zu seinem grafischen Frühwerk, das von der skurrilen Welt seiner kommerziellen Zeichnungen für Witzblätter bestimmt bleibt, gehören neben Tuschfederzeichnungen ab 1918 zahlreiche Holzschnitte. Sie beruhen auf dem harten grafischen Kontrast, mit dem Feininger seine künstlerische Vorstellung verwirklichen kann. Nach einer ersten Einzelausstellung in Herwarth Waldens Berliner Galerie Der Sturm wird Feininger als erster Meister an das Staatliche Bauhaus nach Weimar berufen und arbeitet als Leiter der Druckwerkstätten mit Paul Klee, Wassily Kandinsky und Alexej von Jawlenksky zusammen. Zu den markanten Motiven seiner Holzschnitte zählen expressionistische Ansichten der Stadt Halle und anderer thüringischer Orte. Seine Architekturdarstellungen von Kirchen, Scheunen und Türmen setzen sich aus kristallin überlagerten Flächen zusammen. Eindrucksvoll sind auch die atmosphärischen Aquarelle, Farblinolschnitte und vielfigurigen Kohle- und Federzeichnungen. Ohne Zentralperspektive oder realistischen Farben führen sie die avantgardistische Sicht auf eine Welt im Aufbruch vor Augen.

Die Arbeiten stammen aus der Graphischen Sammlung des Museum Kunstpalast Düsseldorf und des Folkwang Museum in Essen sowie aus zwei Privatsammlungen.